Nur nicht so wie der Rest der Welt! Beim Wassermann muss alles anders sein. Ausgetretene Wege reizen ihn nicht, er muss Neues entdecken können, Abenteuer selbst erleben und Grenzen austesten - auf diese Weise erst fühlt er sich lebendig. Da er einengende Strukturen nicht gut verträgt, braucht er viel "lange Leine", um sich überhaupt an die Idee einer Beziehung zu gewöhnen. Er ist eher der Kumpel, der Freund oder Kamerad, der spontan zu einer Spritztour mit dem Motorrad zu überreden ist oder der den Flug zur Antarktis noch schnell mitmachen will. Gefühle zu zeigen, die vom Herzen her kommen, ist ihm fremd. Er ist mitfühlend, fair und sehr auf Gerechtigkeit bedacht, doch die eigene Herzenswärme zu zeigen ist kompliziert. Darum hält er sich häufig eher unter Freunden auf als in einer Zweierbeziehung. Er braucht das ständig Neue, den neuen Reiz - nicht der Eroberung wegen, sondern aus einem unstillbaren Lebenshunger nach der nächsten Attraktion.
Ein Wassermann sieht in einem Single-Status nur Vorteile: Ungebunden, frei, auf sich selbst gestellt - so lebt er am liebsten. Als Gleicher unter Freunden zu sein steht auf seiner Präferenzliste ganz oben, was nicht heißen soll, dass er dem anderen Geschlecht nicht zugeneigt wäre, nein, doch wenn, dann eher in einer distanziert-kameradschaftlichen Art. Säuseliges Liebesgeturtel darf man von ihm nicht erwarten, denn ein Sinn für Romantik ist ihm nicht mit in die Wiege gelegt.
Für den Wassermann müsste Liebe zunächst einmal definiert werden, denn da man Liebe verstandesmäßig nicht erfassen kann, fällt es ihm schwer, dieses Wort mit Inhalt zu füllen. Das heißt jedoch nicht, dass er Nähe nicht zulassen kann. Sie entwickelt sich bei ihm über das Gefühl der Freundschaft, das er zunächst empfinden muss. Und Freundschaft braucht Zeit. Zeit die man durch gemeinsame Unternehmungen sehr abwechslungsreich und angenehm gestalten kann, und mit ein bisschen Glück bleibt der Wassermann - eine Weile.
Da der Wassermann ein gesellschaftlich orientierter Mensch ist, steht er auch einer "Zweier-Gesellschaft" generell nicht abgeneigt gegenüber. Seine Neigung, sich auch mal zu isolieren, kann durch eine Partnerschaft gemildert werden. Man darf halt von ihm nicht allzu viel "Familienbindung" erwarten. Auch in der Zweiergemeinschaft behält er seine Eigenarten bei, möchte seine Individualität leben können und sich nicht nur für die Partnerschaft einsetzen müssen. Dabei ist er durchaus mitfühlend und seinem Partner zugeneigt. Gerade Ausflüge, Reisen und kulturelle Veranstaltungen können viel zur Gemeinsamkeit beitragen. Er predigt gern Gleichberechtigung, doch wenn es um die Aufteilung der Arbeit im Haushalt geht, bleibt es oft nur bei der idealistischen Idee. Ihn mit Tränen rühren zu wollen, ist vergebliche Liebesmüh. Gefühle sind ihm peinlich und so zieht er sich lieber in seine Kumpelei zurück. Auf eine direkte Diskussion jedoch geht er gern ein - und lässt sich zuweilen auch durch gute Argumente überzeugen.
Wer passt zum Sternzeichen Wassermann?
Sinnliche Lust vom Wassermann zu erwarten ist schwierig. Für ihn brauchen nicht die teuersten Negliges oder Herrentangas angelegt zu werden, er geht ganz natürlich zu Werke. Leidenschaft ist bei ihm fehl am Platze, denn ruhig und beständig brennt seine Flamme der Erotik. Doch in stiller, sehr intimer Stunde, klingt fast so etwas wie Romantik in ihm durch, und er lässt sich sogar zu sanften Streicheleinheiten verleiten - aktiv oder passiv. Es kann auch vorkommen, dass er ein Buch mit den besten Sexpraktiken bereitliegen hat, denn Neues auszuprobieren, davor macht er auch im Bett nicht halt.
Ein Wassermann ist an üblichen Normen nicht zu messen. Wer nach Schema F vorzugehen gewohnt ist, wird bei ihm nur Überraschungen erleben. Er muss unabhängig sein dürfen und lässt sich weder geistig noch persönlich einfangen. Vorschriften sind für ihn nur eine Herausforderung, um zu beweisen, dass es auch anders geht, denn Begrenzungen sind ihm unerträglich. Er ist ein Kämpfer für die Freiheit des Einzelnen - denn der Einzelne macht die Gesellschaft aus. Der Wassermann liebt es, Altes hinter sich zu lassen und durch innovative Ideen die Zukunft mit zu gestalten. Angepasst zu sein bedeutet für ihn kreativer Stillstand, daher muss er sich immer wieder aufmachen, zu neuen Ufern und verheißungsvollen Abenteuern.
Überall wo visionäre Lösungen gebraucht werden, ist der Wassermann am richtigen Platz. Darf er seine kreativ-geistigen Luftschlösser bauen, ist er in seinem Element, denn es gibt zunächst nichts, was ihn einengt. Losgelöst von allen Zwängen bringt er Großartiges, manchmal Utopisches hervor, deren Umsetzung die Pragmatiker zuweilen vor große Herausforderungen stellt, da die Ideen der Zeit weit voraus sind.
In seiner Unangepasstheit kokettiert der Wassermann ein wenig mit seinem Sonderstatus. Er will der Besondere sein, der sich jeder Norm entzieht, der nicht einzuschätzen ist, und er sonnt sich in seiner Andersartigkeit, die dann jedoch zum Verhängnis wird, wenn er sich so weit distanziert, dass er isoliert und allein dasteht.
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